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beruehmte sachsenberger thumbAus dem Städtchen Sachsenberg sind im vergangenen Jahrhundert mit Adolf Böhle, Ferdinand Krauskopf jun. und Adolf Müller drei wichtige Persönlichkeiten hervorgegangen. Zur Erinnerung an die drei Persönlichkeiten werden am kommenden Sonntag, den 9. September, drei farbige Hinweistafeln mit ihren Lebensläufen eingeweiht. Die Tafeln sind im Ort an Stellen angebracht, die einen Bezug zum Leben und Wirken der drei haben.

Die Einweihung erfolgt im Rahmen eines Spazierganges durch den Ort. An den Tafeln werden jeweils Leben und Verdienste der Personen kurz vorgestellt. Der Rundgang beginnt um 14:30 Uhr beim Bürgerhaus. Anschließend gibt es Kaffee und Kuchen im Kulturhaus in der Kirchstraße und die Gelegenheit, dort auch die Ausstellung mit Bildern von Hannelie Hoschkara geb. Heinemann zu besichtigen.

boehle brauereiAdolf Böhle betrieb bis in die 1920er Jahre die letzte Brauerei, war Jäger, Mäzen und Förderer Sachsenbergs. In seiner Freizeit beschäftigte er sich mit der Geschichte des Städtchens. Das Ergebnis seiner Forschungen, aber auch überlieferte Geschichten, Sagen und Dichtungen, hat er 1920 in seinem Büchlein “Sachsenberg – Geschichte und Sage” veröffentlicht. “Sein” Sachsenberg lag ihm zeitlebens am Herzen. Er spendete für den Erhalt der Kirche, den Erhalt der alten Stadtmauer und finanzierte einen Großteil der Wasserversorgung. 2009 wurde anlässlich der Einweihung der “Knöchelhalle” der Adolf-Böhle-Weg nach ihm benannt.

 

krauskopf pfarrhausFerdinand Krauskopfs sen. wuchs in Sachsenberg auf, wurde ein erfolgreicher Geschäftsmann und gründete 1860 eine Gummiwarenfabrik in St. Petersburg. Sein Sohn Ferdinand Krauskopf jun. tritt in seine Fussstapfen. Obwohl er nie in Sachsenberg lebte, blieb er dem Waldecker Land und der Heimatstadt seiner Vorfahren lebenslang verbunden. 1904 verlieh ihm die Stadt die Ehrenbürgerwürde. Aus seinem Millionenvermögen fördert er mit hohen Summen das Diakonis-senhaus, den Helenenstift und das Krankenhaus in Arolsen. In Sachsenberg spendet er für die Renovierung der Kirche, den Bau der Wasserleitung und für die von Naturkatastrophen Betroffenen. Sein größtes Vermächtnis an Sachsenberg ist die Finanzierung des im Jugendstil erbauten und noch erhaltenen Pfarrhauses. 

 

mueller strassenbahn hagenAdolph Müller wird 1852 in Sachsenberg geboren. Schon als Schüler faszinieren ihn elektrotechnische Experimente. Mit 35 Jahren gründet er die Akkumulatorenfabrik in Hagen und auch für sein gesamtes weiteres Leben wird er sich mit Batterien beschäftigen. 1892 baut er in der Rammelsmühle in Itter das erste E-Werk Korbachs, 1892 erleuchten die ersten elektrischen Straßenlampen die Korbacher Altstadt. Bei der Nordpolexpedition von Fridjof Nansen 1896 werden seine Batterien eingesetzt. Später gründet er die Batteriefabrik VARTA, die noch heute existiert. Aufgrund seiner Verdienste wird ihm 1915 die Ehrendoktorwürde der TU Hannover verliehen. Zeit seines Lebens bleibt Adolph Müller seiner Heimatstadt verbunden. Viele seiner Mitarbeiter in der Batteriefabrik Hagen stammen aus Waldeck und insbesondere aus Sachsenberg. Er spendet für die Sachsenberger nach dem verheerenden Stadtbrand 1889 und nach dem Hagelunwetter 1912. Aus seinem Nachlass wird 1932 ein Großteil der Baukosten für die neue Schule finanziert. Auf dem Friedhof erinnert eine Büste und im Ort die nach ihm benannte Adolf-Müller-Straße an sein Wirken.